Überall in Europa wächst das Interesse an nachhaltigen, klimafreundlichen und sozialverträglichen Reiseformaten. Auch Marokko setzt sich für einen verantwortungsbewussten Tourismus ein, der Mensch und Umwelt schützt und das kulturelle Erbe des Landes aufwertet. Eine Kombination aus guter Schienenanbindung, einer wachsenden Anzahl an Öko-Unterkünften sowie lokalen Gemeinschaftsprojekten macht das Königreich zu einem interessanten Ziel für verantwortungsbewusste Reisende.
Nachhaltige Mobilität dank der Bahn: Office National de Chemins de Fer (ONCF)
Die Schiene bietet in Marokko eine attraktive, CO₂-sparende Alternative zum Auto oder Bus: Seit Anfang 2024 werden 90% der elektrischen Züge in Marokko mit erneuerbarer Energie betrieben. Dazu gehört der Hochgeschwindigkeitszug „Al Boraq“, der seit 2018 wichtige Zentren wie Tanger, Kenitra, Rabat und Casablanca verbindet. Mit einer Reisegeschwindigkeit von bis zu 320 km/h lassen sich diese touristischen Highlights schnell und komfortabel entdecken: So dauert die Fahrt von Tanger nach Casablanca mit dem schnellsten Zug Afrikas nur noch etwas mehr als zwei Stunden, wofür zuvor mehr als fünf Stunden einkalkuliert werden mussten. Das einfache Ticket kostet ab ca. 13 Euro.
An Bord sorgen bequeme Sitze mit viel Beinfreiheit sowie Stromanschlüssen, klimatisierte Abteile und geräumige Gepäckablagen in zwei Klassen für ein entspanntes Reiseerlebnis, während die Landschaft Marokkos an den großen Panoramafenstern vorbeisaust. In den Metropolen befinden sich die Bahnhöfe jeweils zentrumsnah: ideale Ausgangspunkte sowohl für Geschäftsreisende als auch Touristen.
Aktuell investiert Marokko massiv in den weiteren Ausbau des Schienennetzwerks: Es entstehen neue Hochgeschwindigkeitsstrecken (z.B. zwischen Kenitra und Marrakesch), um weitere Städte besser anzubinden und so klimafreundliches Reisen zu fördern.
Eine Neun-Milliarden-Dollar-Investition in Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit
Das Bahnprojekt Kenitra-Marrakesch ist das Flaggschiff eines 9,5 Milliarden Dollar teuren nationalen Eisenbahnplans, der auch den Kauf von 168 Zügen der nächsten Generation und die Schaffung neuer Nahverkehrssysteme in Casablanca, Rabat und Marrakesch umfasst. Allein der Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke wird über fünf Milliarden Dollar kosten und ist für Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h ausgelegt.
Sobald die verlängerte Strecke in Betrieb ist, wird sie Tanger in nur 2 Stunden und 40 Minuten mit Marrakesch verbinden – eine Zeitersparnis von mehr als zwei Stunden. Sie wird auch eine schnelle Verbindung von Rabat zum internationalen Flughafen Mohammed V in Casablanca in nur 35 Minuten ermöglichen.
Zudem ergänzt ein gut ausgebautes Streckennetz mit modernen Überlandbussen das Bahnangebot, so dass man nahezu jeden Winkel Marokkos ohne eigenes Fahrzeug bereisen kann. Die zwei Hauptanbieter Supratours und CMT setzen moderne Reisebusse ein, bieten Onlinebuchungen und teils auch Nachtfahrten an.
Umweltverträgliche Unterkünfte: Öko-Lodges, renovierte Riads und alternative Übernachtungskonzepte
In Marokko entstehen zunehmend Unterkünfte mit klaren Nachhaltigkeitsmaßnahmen — vom Einsatz von Solarenergie über Wasserspartechniken bis zur Verwendung regionaler Baumaterialien und Abwasserlösungen. Der „Grüne Schlüssel“ ist ein offizielles Siegel, das Unterkünfte auszeichnet, die derartige Umweltmaßnahmen mit lokaler Beschäftigung und Einsatz regionaler Ressourcen kombinieren. Die Mohammed VI Foundation for Environmental Protectionhat das Label 2008 in Marokko eingeführt, um umweltfreundliche Praktiken im Tourismus zu fördern.
Immer mehr Riads werden nachhaltig renoviert: Dabei behalten die traditionellen marokkanischen Häuser mit ihren zauberhaften Innenhöfen und prächtigen Keramikkachelverzierungen ihren Charme, während sie beispielsweise mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden und so für einen nachhaltigen Tourismus sorgen.
Ein weiteres Konzept sind Öko-Lodges: diese befinden sich häufig an abgeschiedenen Rückzugsorten und bieten angenehmen Komfort in landestypischen Zelten oder traditionsreichen Häusern aus Stein- und Erdkonstruktionen. Bei der Verpflegung spielen regionale Produkte eine zentrale Rolle und Kulturprogramme, wie zum Beispiel Kochkurse oder Ausflüge, werden mit lokalen Partnern angeboten. Eine kurze Google-Suche genügt, um eine Fülle von Optionen zu finden.
Wer ganz tief in die Kultur der Marokkaner eintauchen möchte, übernachtet bei Gastfamilien. Die Einheimischen binden ihre Gäste in den Alltag ein, so dass diese – beispielsweise beim gemeinsamen Kochen – einen direkten Einblick in die Lebensweise der Marokkaner erhalten. Besonders beliebt ist beispielsweise eine Übernachtung in Zelten von Amazighfamilien in der Sahara: deren Gastfreundschaft und die einzigartige Stimmung inmitten der Natur unter dem Sternenhimmel Marokkos sorgen für unvergessliche Reiseerinnerungen.
Freizeitaktivitäten mit Mehrwert
Nachhaltiges Reisen beschränkt sich aber nicht nur auf Verkehrsmittel und Unterkünfte – auch bei den Freizeitaktivitäten und dem Erwerb von Reiseandenken sowie Mitbringseln kann man bewusst handeln, um so lokale Einkommen und Initiativen zu stärken und Traditionen zu erhalten. Mit lokalen Guides lernt man Orte abseits ausgetrampelter Touristenpfade kennen, Workshops in Arganöl-Genossenschaften unterstützen Frauen in ihrer Selbständigkeit, und authentisches Kunsthandwerk aus Keramik oder Leder ist nicht nur ein schönes Souvenir, sondern unterstützt vor allem die Einheimischen und deren Brauchtum.
Verantwortungsbewusster Tourismus als Zukunftsgarant
Viele verantwortungsbewusste Reisende wünschen sich Naturerlebnisse, eine intakte Umwelt und authentische, kulturelle Begegnungen – all das bietet Marokko mit seinen vielfältigen Landschaften aus Stränden, Wüsten, Bergen und Metropolen sowie einem wirklich einzigartigen Kulturerbe. Gäste können auf umweltschonende Art und Weise Land und Leute kennenlernen, dabei ihren ökologischen Fußabdruck möglichst geringhalten und so ihren Beitrag zu Wohlstand und Werterhalt des Landes leisten.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.visitmorocco.com/de/entdecken-sie-marokko/ein-umweltbewusstes-land
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