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Strenge Kontrollen an den Grenzen zu Tirol und Tschechien

Strenge Kontrollen an den Grenzen zu Tirol und Tschechien

Die Ausbreitung ansteckenderer Corona-Varianten bereitet den EU-Ländern große Sorgen. Deswegen sind nun einige Grenzen teilweise geschlossen worden. Worauf sich Pendler und Reisende einstellen müssen.

An den Grenzen Deutschlands zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol gelten seit Sonntag (14. Februar) schärfere Einreiseregeln. Aus Angst vor den dort verbreiteten ansteckenderen Varianten des Coronavirus wird an den Grenzübergängen streng kontrolliert.

Ein Verlassen des Bundeslands Tirol in Richtung Deutschland oder in angrenzende österreichische Bundesländer ist in den nächsten Tagen nur mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

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Tschechien und Tirol sind Virusmutationsgebiete

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden Tschechien und Tirol als sogenannte Virusmutationsgebiete eingestuft. Aus den festgelegten Mutationsgebieten im Ausland dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr.

In Tirol bereitet vor allem die südafrikanische Corona-Variante große Sorgen. Die Variante gilt als ansteckender. Die Einhaltung der neuen Maßnahme wird von rund 1200 Polizisten und Soldaten engmaschig kontrolliert. Ein Verstoß kann bis zu 1450 Euro kosten. Ausgenommen von dieser Vorschrift sind Kinder sowie der Güterverkehr und die Durchreise ohne Zwischenstopp.

Negativer Corona-Test bei Einreise aus Tschechien

Tschechien ist besonders stark von der Corona-Krise betroffen. Der EU-Mitgliedstaat mit seinen rund 10,7 Millionen Einwohnern war bereits als Hochrisikogebiet eingestuft. Reisende aus Tschechien müssen schon jetzt bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Ausweisung als Virus-Variantengebiet engt die Reisemöglichkeiten noch weiter ein.

Die ansteckendere Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat nach Angaben der bayerischen Landesregierung in einigen ostbayerischen Regionen bei Pendlern aus Tschechien bereits die Oberhand gewonnen. Der Anteil der mutierten Variante bei positiven Corona-Tests betrage in Tirschenreuth rund 70 Prozent, in Wunsiedel mehr als 40 Prozent, sagte Söder bei «Markus Lanz» (11. Februar). Beide Städte liegen nahe der tschechischen Grenze.

Deutsche Bahn hat Fernverkehr eingestellt

Aufgrund der neuen Verordnung zu den Virus-Variantengebieten hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr nach Tirol sowie nach Tschechien vorerst eingestellt. Betroffen sei in Richtung Tirol die EC-Linie München-Innsbruck-Verona. «Für die entfallenden Halte in Büchen, Ludwigslust und Wittenberge werden durch ICE-Zusatzhalte weitere Reisemöglichkeiten geschaffen», hatte die Bahn am 12. Februar mitgeteilt. Eingestellt wurde außerdem die EC-Linie Hamburg-Berlin-Prag.

Schärfere Einreiseregeln auch für Slowakei

Auch für die Slowakei gelten wegen der Corona-Pandemie seit dem 14. Februar verschärfte Einreiseregeln. Die Bundesregierung stufte das EU-Land als Gebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen ein, wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte. Seitdem gilt dann auch für die Slowakei, dass Fluggesellschaften sowie Bus und Bahnunternehmen keine Passagiere mehr von dort nach Deutschland befördern dürfen. Ausgenommen davon sind deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer.

In der Slowakei steigen etwa seit Oktober die Infektionszahlen so dramatisch an, dass Experten vor einem drohenden Kollaps des Gesundheitssystems warnen. Eine besonders große Rolle spielt dabei die britische Variante B.1.1.7 des Coronavirus. Auf sie ist mehreren Untersuchungen zufolge der mit Abstand größte Teil der Neuinfektionen zurückzuführen.

160 der knapp 200 Länder weltweit inzwischen Risikogebiet

Die Bundesregierung hatte die Einreise nach Deutschland in den letzten Wochen und Monaten Schritt für Schritt erschwert. Rund 160 der knapp 200 Länder weltweit sind inzwischen in eine von drei Corona-Risikokategorien eingestuft. Für die niedrigste gilt eine Testpflicht spätestens 48 Stunden nach Einreise und eine zehntägige Quarantänepflicht, von der man sich nach fünf Tagen durch einen zweiten negativen Test befreien kann.

Mehr als 40 Länder sind als Virusvarianten- oder Hochrisikogebiete mit besonders hohen Infektionszahlen eingestuft. In letztere Kategorie wurden am 14. Februar das arabische Bahrain, die Seychellen im Indischen Ozean sowie St. Lucia und St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik neu eingeordnet. Für das afrikanische Namibia wurde der Status als sogenanntes Hochinzidenzgebiet dagegen wieder aufgehoben.

Für Hochinzidenzgebiete gilt wie auch für die Virusvariantengebiete eine verschärfte Testpflicht: Bei der Einreise aus diesen Ländern muss man direkt einen negativen Test vorlegen.

Schweiz weitet Quarantänepflicht aus

Reisende aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg müssen nach einer Einreise in die Schweiz demnächst in die Corona-Quarantäne. Das Bundesamt für Gesundheit hatte am 10. Februar die Liste mit Risikogebieten aktualisiert. Sie gilt ab 22. Februar. Zuvor waren bereits Thüringen und Sachsen darauf. Sachsen wird von der neuen Liste gestrichen.

Wer sich in den zehn Tagen vor der Einreise in die Schweiz in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg aufgehalten hat, muss sich bei den Behörden melden, zehn Tage in Quarantäne und darf das Haus oder die Ferienwohnung nicht verlassen. Ab dem 7. Tag kann die Quarantäne mit einem negativen Corona-Test abgekürzt werden.

Einreisende aus allen anderen Bundesländern müssen sich lediglich elektronisch registrieren. Wer mit dem Flugzeug anreist, muss vor dem Einchecken zudem einen negativen PCR-Test vorzeigen.

Ausschlaggebend für die Schweizer Risikoliste ist die 14-Tages-Inzidenz. Wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Gebiet um 60 höher liegt als in der Schweiz, kommt das Land oder die Region auf die Liste.


Quelle:dpa
Bildquelle: Canva


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1 comment

  1. Das ist mir neu, das ein Virus auch Ländergrenzen kennt… Kommt nun die neue ach so „gefährliche“ Tschechien Mutation?? Dann wollen wir mal auf die nächste ebenso hoch „gefährliche Mutation2 warten…

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